Montag, 11. August 2014

Pimp up the Pedestal

1. „Wie geht es nun weiter?“

Nachdem ich den Beweis angetreten hatte, dass sich ein einigermaßen ansehnliches und vor allem »flugfähiges« Home-Cockpit als »Low-Budget-Ausführung« für ca. 1.000,- Euro durchaus herstellen lässt (siehe hier) und das Abenteuer Home-Cockpit auch etwas für interessierte Gleichgesinnte mit einem schmalen Geldbeutel sein kann, stellte sich dann die Frage: „Wie geht es nun weiter?“
Natürlich musste man bei dem veranschlagten Budget von 1.000,- viele Kompromisse eingehen. Mit einem höheren Budget  hätte man das Endergebnis natürlich auch wesentlich besser bzw. realistischer umsetzen können. Letzendlich ist das Ergebnis beim Cockpitbau immer ein Abwägen zwischen Geldbeutel Realitätsgrad. Da ich mit den technischen Fähigkeiten meines Cockpits aber durchaus zufrieden war, nahm ich mir daher nun vor, mein Flight-Deck zumindest optisch etwas aufzuwerten, sprich realistischer darzustellen. Hierzu nahm ich mir als erstes das Pedestal vor, das neben der FCU (Autopilot) sicherlich das am meisten benutzte Bedienelement in einem Cockpit darstellt. Von hieraus werden die Triebwerke gesteuert, die Lande- und Bremsklappen eingestellt, der gesamte Sprechfunk abgewickelt und die Triebwerke gestartet. Beim genauen Hinsehen war mein bisherige Pedestal -insbesondere optisch- schon recht simpel ausgeführt. Technisch war es durchaus o.k., kam aber an die Optik des originalen Vorbildes leider nicht annähernd heran...

Der bisherige Zusand des Pedestals


2. Die Panels

Bei meinem Home-Cockpit handelt es sich um eine sog. »Coustom-Version«. Das bedeutet, dass die Abmessungen und die Bemaßung nicht immer exakt denen des Vorbildes/Originals entsprechen, sondern sich vielmehr nach dem mir zur Verfügung stehenden Platz- bzw. Raumangebot richten. So sind die Maße des Home-Cockpits letztendlich meinen eigenen Bedürfnissen angepasst. So eben auch die Maße meines bisherigen Pedestals. Da ich nun beim Umbau nicht das gesamte Cockpit völlig neu bauen wollte, lag die Herausforderung insbesondere darin, mit dem vorhandenen/vorgegebenen Platz irgendwie auszukommen. In langen Abenden erarbeitete ich zusammen mit meinem guten Freund GIMP entsprechende, passende grafische Vorlagen. Die Technik zur Umsetzung des Umbaus stammte aus den guten Erfahrungen die ich beim Umbau meiner FCU gemacht hatte. Ich fertigte mir mit GIMP PDF-Vorlagen aus denen mir die Firma Laserstyle.de Panels aus Acrylglas mittels einer CNC-Fräse herstellte. Bei der Planung achtete ich darauf, dass die beiden Panels für den Funk, sowie das Panel vom Transponder gleich so gefräst wurden, dass ich diese später bequem und problemlos mit 7-Segment-Display-Anzeigen nachrüsten kann. Die gefrästen Panels wurden von mir dann mit digital gedruckten PVC-Aufkleberfolien, die ich mir bei der Firma ClickandPrint.de anfertigen lassen habe, beklebt. Hierfür ließ ich bei den Druckvorlagen einen ca. 5 mm breiten schwarzen Rand stehen, damit auch die Ecken der Panels mit einer schönen Kannte sauber umklebt werden konnten. Die Öffnungen für die Schalter habe ich vor dem Aufkleben mit einem Cuttermesser ausgeschnitten. Trotz der super Klebekraft, ließen sich die Folien mit der nötigen Sorgfalt sogar mehrfach zerstörungsfrei  wieder vom Untergrund abziehen und erneut aufkleben, ohne dabei irgendwie an Haftkraft zu verlieren. Dadurch kann man die Folie dann auch absolut passgenau auf den Panel fixieren. Da sich diese Aufkleber aber leider nur mit hochglänzender Oberfläche hergestellen lassen, bekamen die beklebten Panels zum Abschluss noch ein Finishing mit einem matten Sprühlack auf Acrylbasis.

Die gelaserten Panels und die gedruckten Aufkleber


 3. Die Schubhebel (Throttle)

Im gleichen Zuge wie das CNC-Fräsen der Panels, ließ ich mit von der Firma Laserstyle.de die von mir entworfenen Teile für meine neuen Schubhebel fräsen. Ich hatte im Web entsprechende Schubhebel entdeckt, deren Preis von ca. 100,- Euro mir aber viel zu teuer erschien. So machte ich mich nach kurzer Einarbeitung in das Freeware-Vectorgrafikprogramm Inkscape daran, mir solche Schubhebel selber zu entwerfen und zu konstruieren. Für meinen ersten Versuch mit diesem Programm sah das Ergebnis schon recht ordentlich aus. Und vor allem lag der Endpreis für die neuen Schubhebel mit ca. 20,- Euro (einschl. Sprühlach, Kleber usw.) deutlich unter dem, was im www. zum Kauf angeboten wird. Die entsprechende Inkscape-Datei habe ich euch hier zum Download bereitgestellt. Die vorhandenen Hebel vom Saitek Pro Flight Throttle Quadrant werden einfach entsprechend eingekürzt und die neuen Schubhebel draufgesteckt. Fertig!

Die gelaserten Einzelteile eines Schubhebels (noch mit Schutzfolie)

Die zusammengebauten Hebel

Fertig lackiert und Eingebaut. Sieht schon recht realistisch aus...



 4. Das Ergebnis

Das Gesamtergebnis des Umbaus vom Pedestals war schon recht verblüffend, insbesondere dann, wenn man das neue pedestal mal mit dem vorherigen Zustand vergleicht. Ich war mit meiner Arbeit sehr zufrieden! Optisch machte das Pedestal tatsächlich einen wesentlich realistischeren Eindruck. Zumindest kommt es dem Original im Aussehen schon recht nahe. Auf die oben beschriebene Weise habe ich mir ohne allzuviel Mühne ein recht ansehnliches Pedestal zusammengebaut und das für einen Gesamtpreis von gerade einmal 100,- Euro! Das Fliegen macht damit einfach viel mehr Laune, weil das Home-Cockpit so noch einen Tick realistischer wirkt.

Das "aufgemotzte" Pedestal



 5. Epilog

Die Nachrüstung des Pedestals mit den 7-Segment-Display-Anzeigen habe ich mir für den kommenden Herbst vorgenommen. Nach langem Hin-und-Her habe ich mich entschieden die Anzeigen auf Basis von Arcaze zu realisieren. Preislich würden hierfür ca. 160,- Euro fällig werden, allerdings mit der Option, später auch die Anzeigen der FCU hierüber zu steuern und zu betreiben. Viel schlimmer als die Ausgabe der 160,- Euro ist jedoch der Umstand, dass ich mich vorher erst einmal mit der Programmierung der entsprechenden Steuerungssoftware für die Arcaze-Module auseinandersetzen und anfreunden muss. Dazu dann aber später ausführlich mehr…

Bis dann
Löffel


Kommentare:

  1. Hallo,

    das Pedestal ist echt schön geworden! Toll! Jaja, wenn einen das Homecockpit-Fieber mal gepackt hat, findet man doch auch immer wieder etwas, was man verbessern könnte :) Ich nutze selbst Arcaze und kann es Dir gut empfehlen, da es auch für Nicht-Programmierer und SIOC Cracks einfach zu erlernen ist.

    Grüße
    Stephan

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  2. Wie hast Du denn die Engine Start Lever gebaut? Die sehen ebenfalls super aus! LG Stephan

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    1. Eingebaut sind ganz einfache Kippschalter. Auf diese habe ich zwei Türknöpfe von Ikea mit Heißkleber geklebt. Die Knöpfe nennen sich "ATTEST" und sind für 3,- Euro/Paar zu haben. Hier der Link: http://www.ikea.com/de/de/catalog/products/50138750/.
      Dann habe ich mir auf ganz normalen Papier die Beschriftungen gedruckt, diese ausgeschnitten, dann laminiert und die Laminierfolie dann auf die Knöpfe geklebt. Fertig!

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